Im letzten Kreis-Mobilitätsausschuss hat unsere Kreistagsfraktion heftige Kritik am Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn geübt: Fahrgäste klagen über unhaltbare Zustände.

Im Mobilitätsausschuss des Kreises Mettmann hat die UWG-ME zuletzt heftige Kritik am Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn geäußert. Besonders betroffen sei laut Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern die Linie S8 im Raum Erkrath. Die lilafarbenen Gelenkbusse würden nicht im Entferntesten die an den Ersatzverkehr und einen funktionierenden ÖPNV geknüpften Erwartungen erfüllen.
Pendler warten weiter auf Besserung
Unser Ausschussmitglied Ludger Reffgen schilderte exemplarisch Erfahrungen, die Pendler mit den Ersatzbussen auf der Linie S8 täglich sammeln. Die Linie verkehrt auf der Strecke zwischen Hagen und Mönchengladbach und quert den Kreis Mettmann zwischen Gruiten und Erkrath. Völlig überfüllte Busse seien an der Tagesordnung – ein Fahrgast berichtete in dem Zusammenhang von einer Panikattacke. Es komme auch vor, dass Busse von der Strecke abkämen und sich verfahren würden. In einem Fall sei es dabei kürzlich zu einem Unfall mit einem geparkten PKW gekommen.
Hinzu kämen extreme Verspätungen. Bei einer Pendlerin summierte sich die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit auf viereinhalb Stunden täglich. Angesichts der Tatsache, dass ein S8-Zug im Regelfall für circa 600 Menschen Sitz- und Stehplätze bietet, müssen dringend mehr Busse mit einer dichteren Taktung eingesetzt werden. Im Übrigen: Was für die S8 gilt, trifft in eingeschränktem Umfang auch für die anderen Schienenersatzverkehre der von Baustellen betroffenen Strecken im Kreis Mettmann zu – der S1 (Hilden) und der S6 (Ratingen).
Rückkehr zum Auto droht
Reffgen forderte die Kreisverwaltung dringend auf, beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) vorstellig zu werden, um gemeinsam bei der Deutschen Bahn für Abhilfe zu sorgen. Die derzeitige Situation sei untragbar und begünstige im schlimmsten Fall, die mühsam in den vergangenen Jahren erzielten Erfolge beim Umstieg auf den ÖPNV wieder ins Gegenteil zu lenken. Die Verwaltung zeigte sich in der Sache sensibilisiert und versprach, sich um Verbesserungsmöglichkeiten zu kümmern. Insbesondere, so die Zusage, solle einzelnen zeitnah gemeldeten Beschwerden nachgegangen werden, um gezielt an Lösungen arbeiten zu können.