Menü Schließen

3,4-Millionen-Euro-Projekt: Kreistag berät über Mammutrutsche im Neandertal

Das Neanderthal Museum plant eine umfassende Aufwertung des Talraums, inklusive einer 60 Meter langen Erlebnisrutsche zur Stärkung des ÖPNV. Da das 3,4-Millionen-Euro-Projekt zu 90 Prozent durch EU-Mittel gefördert wird, entscheidet der Kreistag Mitte Juli über den verbleibenden Eigenanteil des Kreises Mettmann.

© Neanderthal Stiftung

Im Kreis Mettmann stehen wegweisende Entscheidungen für den Tourismus und den Naturschutz im Neandertal an. In der aktuellen Sitzungsfolge des Kreisausschusses und des Kreistags wird über eine finanzielle Beteiligung des Kreises an dem EFRE-Förderprojekt „Erlebnis Neandertalschlucht. Willkommen in der Erlebniswelt Neandertal“ der Stiftung Neanderthal Museum beraten.

Das Gesamtvolumen der geplanten Infrastrukturmaßnahmen beläuft sich auf rund 3,4 Millionen Euro. Das Ziel des Projekts ist es, den touristischen Erlebniswert des Neandertals nachhaltig zu stärken und gleichzeitig den ökologisch empfindlichen Talraum verkehrlich zu entlasten.

Worum geht es in dem Projekt?

  • Die Mammutrutsche: Eine etwa 60 Meter lange Röhrenrutsche mit einem mammutförmigen Einstiegsbauwerk, die die Hochfläche der Regiobahnhaltestelle direkt mit dem Museumsgarten verbindet. Dadurch soll ein starker Anreiz geschaffen werden, mit dem ÖPNV anzureisen.
  • Infrastruktur und Wege: Die Aufwertung der S-Bahn-Haltestelle „Neanderthal“ als Ankunftsplatz sowie die Sanierung und Absicherung des bestehenden Wanderwegs inklusive neuer Spiel- und Infostationen.
  • Museumsgarten und Willkommensplatz: Umgestaltung, Modernisierung und teilweise Entsiegelung der Flächen vor dem Museum, um die Barrierefreiheit und Inklusion zu verbessern.

Gefördert wird das Projekt über das EU-Programm Erlebnis.NRW mit einer Förderquote von 90 Prozent (ca. 3,06 Millionen Euro). Die verbleibenden 10 Prozent müssen als Eigenanteil des Kreises erbracht werden. Für den Kreis Mettmann geht es nach aktuellen Kalkulationen um einen Zuschuss für den gemeinnützigen Bereich in Höhe von insgesamt 245.828 Euro, aufgeteilt auf die Haushaltsjahre 2026 bis 2028.

Da die Rutsche teilweise durch ein Landschaftsschutzgebiet führt, war eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans erforderlich. Der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde hat dieser bereits zugestimmt, da die geplante Verlagerung der Besucherströme weg vom Autoverkehr im engen Tal hin zum ÖPNV im öffentlichen Interesse liegt. Ein positiver baurechtlicher Vorbescheid der Stadt Mettmann liegt ebenfalls vor.

Geplant ist der Durchführungszeitraum von Juni 2026 bis Juni 2028, sofern die Bezirksregierung Düsseldorf eine Förderzusage erteilt hat. Nach der Vorberatung im Kreisausschuss entscheidet der Kreistag am 16. Juli 2026 über die Bereitstellung der Eigenmittel.